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Bergen

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Bergen liegt 550 Meter über NN in der Quellmulde  eines kurzen Nebenbaches des Tetterweinbachs an der Straße von Tiefenbrunn (Pabstleithen) nach Adorf (S 309). Das Waldhufendorf mit einer Flurgröße von 542 ha ist rundum von Wald umgeben. Die Gemarkung schließt auch den bis auf 605,5 m Höhe ansteigenden Hohen Pöhl südlich des Ortes ein. Der Name kommt von Bergin, das heißt in den Bergen / von solchen umgeben. Die Schreibweise wechselt auch hier in den Alten Urkunden von Pergin, Pergenn, Bergin, Pergen, Bergau zu Bergen.

1328   wird Bergen zum ersten Mal erwähnt. Der Vogt zu Plauen eignet dem deutschen Hause zu Adorf im Dorf Bergen  "anderthalb für dunk geldes gutez" zu. Seit dieser Zeit gehörte es  den landesherrlichen Verwaltungsbereichen an, seit 1378 dem castrum und späteren Amt Voigtsberg (an dessen Stelle 1856 das Gerichtsamt Oelsnitz trat) und zur Jurisdiktion (Gericht) Adorf. Außer dem Amt besaßen 1542 auch die Rittergüter Bergen und Jugelsburg sowie der Rat zu Adorf und der Deutsche Ritterorden zu Adorf grundherrliche Anteile an Bergen, hinzu kam 1606 das Rittergut Freiberg. Wie auch heute noch, gehörte das Dorf schon 1582 kirchlich zu Eichigt. Aus Kirchenbüchern geht hervor, daß der Ort schon frühzeitig ein Rittergut besaß. Es wird zuweilen im Volksmund noch als Schloß bezeichnet.

Ritterschaftliche Lehensherren waren: von Schirnding zu Brambach, die Thossen zu Adorf, Erlbach und Bergen, die von Jeßnitz zu Adorf und Jugelsburg und ihre Nachfolger. Am 10. Februar 1533 verleiht Kurfürst Johann Friedrich zu Sachsen fünf Brüdern von Thossen einen ganzen Hof, zwei halbe Höfe, eine Herberge, einen Teich und eine wüste Hofstatt zu Bergen mit Ober- und Niedergerichten, Frohnen und Zinsen, dazu den "Galgen vor dem Dorfe". 1535 verkaufte Erhard von Thoß (als Vormund zweier Mündel) ein Gut an Hans Scherzer, wofür er 25 Gulden an einen dritten Erbberechtigten zu zahlen hatte. 1539 ist in Bergen ein Arnold Thoß mit Tod abgegangen. 1583 wurde Albrecht der Ältere zu Bergen nebst seinen Lehnsleuten in Fron-, Last- und Groschenhäusern von dem kurfürstlichen Jagddienst befreit, um sie "in ihrer eigenen Nahrung nicht zu schädigen" Verschiedenen Bauern stand das Floßrecht auf der Elster zu. Bergen besaß ein Rittergut. Pachtinhaber waren  von  Trütschler und von  Hahn. 1722  erwarb es Siegmund Heinrich von Reitzenstein nach dem Tode  des Christoph von Thoß. 1759 ging es in die Hände von Karl Erdmann von Hahn über, 1764 fiel es durch Erbschaft an Otto Gotthelf von Tettau. 1786 erwarb es Johann Georg Roßbach, dessen Nachkommen es 1910 noch in Besitz hatten. 1882 wurde auf dem "Berg" ein Aussichtsturm errichet, der aber bald verfiel und ganz verschwand.
1905 hatte Bergen 284 Einwohner, 1910 waren es 264. Sie betrieben mit Ausnahme einiger Hausweber, Fabrikarbeiter und Handwerker Landwirtschaft.

Die großen Höfe, darunter zahlreiche Vierseitanlagen, enthalten wesentliche Bauteile aus dem 18. Jahrhundert. Die Wohnstallhäuser sind in dem für den Aufenthalt der Familie bestimmten Teil des Erdgeschosses im Blockbau errichtet, dem das Lehmfachwerk aufsitzt. Am zweigeschossigen Wohnhaus des Vierseithofes Nr. 18 von 1784 erhielten sich vor der Blockstube das Umgebinde, im Inneren die auf einem Durchzug liegende Balkendecke und über dem Stall der Hochlaubengang des verschalten Fachwerkobergeschosses.

Das ehemalige  Rittergut  in der Ortsmitte war bis ins 16. Jahrhundert ein Vorwerk des Freiberger Gutes. Seine Flur wurde 1945 an Neubauern aufgeteilt. Die Gebäude nutzte dann die LPG Typ I "Heimaterde", deren Gründung 1961 erfolgte. Seit 1972 bestehen Kooperationsbeziehunegen zu Eichigt. An der Straße nach Adorf errichteten die Genossenschaftsbauern Mitte der sechziger Jahre eine Feldscheune und eine Kartoffellagerhalle. Den ehemaligen  Gasthof an der Straße nach Tiefenbrunn baute der VEB Backwarenkombinat Leipzig zu einem Ferienheim  für 60 Kinder um. Die werktätigen Einwohner von Bergen arbeiten zum überwiegenden Teil in den Betrieben der Textilindustrie von Oelsnitz. Bergen wurde 1972 nach Eichigt eingemeindet.

Hier einige Daten aus der Geschichte:

1328 wurde zum ersten Mal der Ort urkundlich erwähnt.
1378  erscheint der Ort zum Amt Vogtsberg und zum Gerichtsamt Adorf gehörig
1533  im Februar verleiht der Kurfürst Johann Friedrich zu Sachsen fünf Brüdern von Thossen einen ganzen Hof, zwei halbe Höfe, eine Herberge, einen Teich, eine wüste Hofstatt zu Bergen mit Ober und Niedergericht sowie Frohn und Zinsen, dazu den " Galgen " vor dem Dorfe.

Ritterschaftliche Lehnsherren waren: De von Sierding zu Brambach, die Thossen zu Adorf, Erlbach und Bergen und die von Jeßnitz zu Adorf und Jugelsburg sowie ihre Nachfolger.

1535  verkaufte Erhard von Thoß ( als Vormund zweier Mündel ) ein Gut an Hans Scherzer, wofür er 25 Gulden an einen dritten Erbberechtigten zu zahlen hatte.

1539  ist in Bergen ein Arnold Thoß zu Tode gegangen, 1583  wurde Albrecht der Ältere zu Bergen mit seinen Leuten vom kurfürstl. Jagddienst befreit um sie in " Ihrer eigenen Nahrung " nicht zu schädigen. Verschiedenen Bauern stand das Floßrecht auf der Elster zu.

Das Rittergut in der Ortsmitte gelegen, war bis ins 16. Jahrhundert ein Vorwerk des Freiberger Gutes. Es war im Besitz der genannten  Thoßen, die es aber nicht immer selbst bewirtschafteten. Wir finden Pachtinhaber, wie von Trütschler und Hahn.

1722  erwarb das Rittergut Siegmund von Reitzensten, nach dem Tod des Christoph von Thoß.

1759  ging es in die Hände Karl Erdmann von Hayn über, von dem es durch Erbschaft an dessen Schwiegersohn Otto Gotthelf von Tettau fiehl.

1786  erwarb es Johann Georg Roßbach, dessen Nachkommen es noch lange Zeit besaßen. Die Inhaber des Rittergutes ließen die damit verbundene Gerichtsbarkeit zum Teil durch bestellte Amtsrichter im Ort ausüben. Ein großer Teil des Roßbacher Pfarrwaldes, in der Nähe von Gettengrün soll ehemals zum Rittergut Bergen gehört haben und durch Schenkung an die böhmische Pfarre gekommen sein.

Die Flurstücke die einst zum Rittergut gehörten wurden 1945 an Neubauern aufgeteilt. Die Gebäude nutzte dann die LPG Typ 1 "Heimaterde" , deren Gründung 1961 erfolgte. Seit 1972 bestanden Kooperationsbeziehungen zur LPG Eichigt. An der Straße nach Adorf errichteten die Genossenschaftsbauern Mitte der 60iger Jahre eine Feldscheune und eine Kartoffellagerhalle. In der Feldscheune wurde 1978 die "650 Jahrfeier"  zu Bergen mit einem großen Fest begangen. Die Scheune wurde nach der Wende von einem Robert Jäckel gekauft.

Die Einwohner von Bergen betrieben vorwiegend Landwirtschaft, aber es gab  auch Handwerker und Hausweberei.

Hier einige Gewerbe die noch in Erinnerung sind:

Schuster bzw. Schuhmacher waren Max und Gustav Lenk,  Albert Pfretschner,  Oskar Scherzer, Schmied Robert Ludwig,  Maurer Gottwald Pfretschner,  Büttner (Stellmacher) Emil Roßbach,  Tischler, Artur Schmidt, Bogenmacher Gottwald Adler,  Albin Spitzbarth, Fürchtegott Blank, Alfred Hager, Fröschlemacher (schwarze Knöpfe am Bogen)  Robert Scherzer,  Webereifaktor Gottwald Hager, Weber (Leinen gewebt und gebleicht)  Ernst   Hackenschmidt,  Teppichweber Max Riedel, Lina Flügel, Oskar Krauß (war erst Leineweber und dann später Teppichweber). Vom Krauß Oskar erzählt man, daß er die Ware mit dem Schubkarren nach Leipzig zur Messe gefahren hat.

Das Schulwesen hat in Bergen eine wechselvolle Geschichte.

Zunächst wurde in den sogenannten Reihenschulen (Katecheten) unterrichtet, deren Lehrer waren begüterte Einwohner. 1835 wurde Bergen nach Eichigt eingeschult. 1880 machte sich der Ort wieder selbstständig und erbaute ein eigenes Schulhaus, das mit Türmchen, Glocke und Uhr ausgestattet war. Als Lehrer wirkte lange Zeit Kaspar Herrmann Voit, der als 20jähriger von Roßbach nach Bergen kam. Er betreute 1880 in der Schule 47 Kinder. Auch der Lehrer Gerhard Nietsche war lange Zeit in der Schule Bergen tätig. Ab 1949 gingen dann die Kinder wieder nach Eichigt zur Schule. Heute (2003) gehen die Kinder von Bergen noch bis zur 4. Klasse in Eichigt in die Grundschule. Seitdem die Schule in Bergen geschlossen wurde, diente das Schulgebäude den Bergener Bürgern als Gemeindeamt, bis Bergen 1972 nach Eichigt eingemeindet wurde.

Als Bürgermeister waren in Bergen tätig: Max Lenk (war auch während des Kriegs im Amt),    Alfred Schmidt,  Willi Lenk (Sohn von Max Lenk), Ruth Lenk (Tochter von Willi Lenk),  Gertrud Stark, Franz Stark (in Oelsnitz wohnhaft) und  Reiner Risch.

Im Schulgebäude war auch die Konsum-Verkaufsstelle des Ortes untergebracht, die die Einwohner mit Waren des täglichen Bedarfs versorgte. Der Konsum bestand bis zur Wende. Er wurde von Angelika Roth und ihrer Mutter geführt.

Außer dem Konsum gab es schon früher den "kleinen Laden an der Ecke", den nach ihren Eltern die "Schuster Rosa", geb. Lenk verh. Erler bewirtschaftete.  Das war ein richtiger "Tante-Emma-Laden", denn hier war ein Telefonanschluß und außer Semmeln, Brot, Butter und anderen Sachen hatte die "Schuster Rosa" auch noch die Poststelle Viel früher gab es noch einen Kolonialwarenladen beim Fürchtegott Blank.

Auch gab und gibt es in Bergen Gasthäuser. Das Gasthaus "Zur grünen Linde" wurde von einem Adam Paster gebaut. Später hatte Richard Reußner das Gasthaus gepachtet., Später bewirtschaftete es ein Hackenschmidt der es dann an Artur Schmidt verkaufte.

Das Gasthaus "Heiterer Blick", das zu Pfingsten 1928 abgebrannt ist, stand auf der gegenüberliegenden Seite vom jetzigen Gasthof. In Windeseile wurde ein neues Gasthaus auf der gegenüberliegenden Seite aufgebaut. Schon am zweizen November-Wochenende war die Einweihung mit Gaststättenbetrieb und Tanz im neuen Saal. Der Name hat sich nun auch geändert, das Haus heißt nun "Gasthof Bergen". Die früheren Besitzer waren Alwine und Gustav Hertel, später Kurt Hertel. Gaststättenbetrieb war hier noch bis 1960. Der Gasthof wurde dann zu einem Ferienparadies für Kinder umfunktioniert. Er wurde von einigen Betrieben (Plauner Baumwolle, die Bürstenfabrik Stützengrün, VEB Backwarenkombinat Leipzig) als Ferienlager gemietet. Von etwa 1980 bis 1991  war es dann das Ferienlager des Instituts "Manfred von Ardenne". Im Ferienlager verbrachte sogar einmal ein Sohn von Manfred von Ardenne (Erfinder des Fernsehens) mit seinen Kindern den Urlaub.

Zwischen Bergen und Gettengrün wurde 1882 auf dem 605 Meter hohen "Herrenpöhl" ein Aussichtsturm errichtet. Den Namen Juliusturm erhielt er nach dem Rittergutsbesitzer Julius Roßbach in Bergen. Er verfiehl dann schnell und verschwand dann gänzlich.

Der Teich, der an der Freiberger Straße in Richtung Ebmath liegt, ist ein Naturteich den es schon sehr lange gibt. Früher sprach man vom Rudels Teich. 1950 wurde auf der gegenüberliegenden Seite des Teiches für die russische Besatzungsmacht ein Kompaniegebäude gebaut. Diese Soldaten errichteten dann am Teich ein Waschhaus mit Sauna, welches um etwa 1960 wieder abgerissen wurde. Danach wurden vom Kapellenberg zwei Holzhäuser geholt und hier am Teich aufgestellt. Sie stehen heute noch hier. Um den Teich herum standen zahlreiche Pappeln. Der Teich wurde immer mehr zu einem Badeteich ausgebaut und erfreute viele Jahre die Badegäste aus Nah und Fern, besonders zu den Waldbadfesten. Erstmals wurde 1962 ein solches Fest von den ehemaligen Grenzsoldaten organisiert. Seit 1985 wechselten durch neue Wasserverordnungen die Möglichkeiten der Nutzung als Bad. Ma gab es Badegenehmigungen, werden darf oder nicht. Die Waldbadfeste sind aber fester Bestandteil der Bergener. Die Organisation der Waldbadfeste lag nicht nur in der Hand der Bergner sondern auch der Gettengrüner und Ebmather Bürger, dann wurde es eine Interessengemeinschaft mit Eichigt (1972). Die Fläche des Waldbad Bergens liegt, wie es im Volksmund heißt, eigentlich auf Ebmather Flur.

Die Kompanie, die 1950 erbaut wurde, steht auf dem Grund und Boden von Gerhard Roth. Er bekam zu DDR Zeiten ein Austauschgrundstück, weil ein staatliches Gebäude nicht auf privaten Boden gebaut werden durfte. Hier waren die ehemaligen Grenztruppen der DDR untergebracht. An der Straße nach Bergen standen auch zwei Offiziershäuser (Bergholz, Menzel, Pinkis). Es waren Fertighäuser aus Holz, die von einer Klingenthaler Firma hergestellt wurden. Nachdem der Verlagerung der Grenztruppen bekam die Meloration 1975 die Gebäude zur Nutzung. In einem Teil der Gebäude war in den 80iger Jahren eine Kathastrophen-Apotheke untergebracht. Nach der Wende wurde die Meloratin der LPG angegliedert und dann von dem Unternehmen "Hechinger" übernommen. Nachdem die Gebäude ein Stück leer standen, bildete sich 1993 auf Anraten des damaligen Landrates der Verein zur Landschaftspflege "Grünes Band" mit Sitz in der ehem. Bergener Kompanie. Zur Zeit wird der Gebäudekomplex immer noch vom Landratsamt  genutzt.

Das Kriegerdenkmal in Bergen besteht schon viele Jahre. Es stehen schon die Namen der gefallenen Soldaten vom ersten Weltkrieg darauf. 1996 wurden nun auch die Namen der Gefallenen des zweiten Weltkriegs angebracht. Der Stein wurde für etwa 12000 DM restauriert. Auch die Kugel mit dem Kreuz, die zu DDR Zeiten weichen mußten, fanden wieder ihren Platz. Großen Anteil daran hatten die Bergner Bürger Martin Pfretschner und Friedhld Adler.

Nach der Wende hat sich das Dorfbild erheblich verändert. Vieles wurde modernisiert und neue Gebäude wurden errichtet. So hat Bergen nun eine Pension und ein Ferienhaus (Familie Huster) sowie einen Getränkehandel mit Biergarten von Hannelore Menke, die nach Bergen einladen. Auch das Gasthaus "Zur grünen Linde" lädt zur Einkehr ein.

Auch die Uhr an der alten Bergener Schule wurde wieder instandgesetzt. Das Zifferblatt zeigt in Dorfrichtung. Seit der Wende war die Uhr defekt. Sie wurde repariert, weil sich Bergener Bürger beschwert hatten. Die Gesamtkosten von 2000 DM übernahm der Hausbesitzer.

Die ortsansässigen Firmen sind ebenfalls sehr rührig. Sie gaben bei der von einst aufgegriffenen Aktion "Frühjahrsputz", die vielleicht doch gar nicht so schlecht war, kostenlose technische Unterstützung  bei der Beseitigung des Unrates.

Ein richtig kleines Volksfest feierten die Bergner, als ihr Ralf Menke, der im Rahmen des SFOR-Friedenseinsatzes in Bosnien stationiert war, gesund wieder nach Hause zurückgekehrt war. Er selbst sagte: "Ich wußte gar nicht, daß Bergen soviele Einwohner hat".

Informationen zum Ort wurden beigesteuert von Elfriede und Helmut Wunderlich, Evi Hertel und Gerhard Roth, Bergen

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