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Ebersbach

Ebersbach liegt am Oberlauf des gleichnamigen linken Nebenbaches der Weißen Elster etwa 440 ‑ 490 m über NN. Bereits 1303 fand der Ort in seiner heutigen Schreibweise seine Erwähnung. Sie wechselte jedoch des öfteren: 1378 Ebirsbach, 1467 villa Eperspoch, 1542 zum Eberspach und ab 1791 Ebersbach. Im Volksmund und in der Umgangssprache sagt man Äberschbach oder Äwerschbach.

Der Ort erhielt den Namen sicherlich, wie andere Orte auch, durch seinen Bach, den Ebersbach. Andere Versionen lauten: "an einem Bach (Grund) angelegte Siedlung eines Eberhard".

Zur Geschichte Ebersbachs erfährt man: "Conrad von Gölnitz hatte neben dem Viertel des Hofes in Gölnitz im Jahre 1400 auch Lehen in Ebersbach und Süßebach usw. die mutmaßlich durch den Erkauf des Gölnitzhofes seitens der Stadt Oelsnitz an diese übergegangen waren. So kann man lesen, daß ein Hans Bachmann aus Ebersbach 1542 einen halben Hof besessen hat und "geht vom Rat zu Oelsnitz zu Lehn und zinst jährlich 1 Scheffel Hafer zu Michaelis". Zu dieser Zeit gab es in dem Dorf "acht besessene mannschafften und auch so viell feuerstätte". Diese 8 Manschaften waren: Friedel Ruedel, Jobst Merckel, Erhardt Hasenczagl, Peter Polant, Erhardt und Paul Schiller, Caspar Opicz, die alle einen Hof hatten. Sie gingen zu Lehn an das Amt Oelsnitz. Hans Stelczner hatte auch einen Hof, ging aber von Sankt Jacob. Später waren es schon "11 besessene mannschaften ‑ davon 8 Gärtner" (Bauern).

Die 437 ha große ehemalige Waldhufenflur reicht im Süden bis in das als Geräume bezeichnete Waldgebiet hinein. Die zuständigen "landesherrlichen Verwaltungsorgane" waren Amt Vogtsberg sowie Gerichtsamt und Amtshauptmanschaft Oelsnitz.

Kirchlich gehörte Ebersbach früher wie heute zu Oelsnitz. 1590 galt Ebersbach schon als Amtsdorf. Es wird aber auch erzählt, daß der Ursprung von Ebersbach die "Kellerwiesen" gewesen sind, also müßten dort auch mal Häuser gestanden haben.

Um 1542 hatte "starker Wind die Waldbrände gefährdet" und so wurden sogenannte Schonbestimmungen erlassen. Im Erbbuch des Amtes Vogtsberg findet man folgende Eintragung; "Das Holtz Ebersbach hatt eynhundert sechsundvierczigk ruetten die lenge, siebenundsiebenczigk ruetten uber dir braitte". Es ist anzunehmen, daß aus dieser Zeit auch der Flurname "Herrenholz" stammt, der auch bei der Leistung der Frohndienste  gebraucht wurde. Der Wald war als guter Bau‑ und Brennholzplatz bekannt. Außerdem hatten die Herren zu Oelsnitz, Adorf und Neukirchen in diesen Wäldern die hohe und niedere Jagd. Außer ein paar Häusleranwesen an der Straße nach Unterhermsgrün und Hundsgrün fand man im Ort auch größere Höfe, vornehmlich in den Hangdellen.

An den ins 18. Jahrhundert zurückreichenden Hofanlagen wurden besoners in jüngster Vergangenheit starke Veränderungen vorgenommen. Um die Hofanlagen zu DDR Zeiten für die landwirtschaftliche Produktion nutzbar zu machen, erfuhren die Wirtschaftsgebäude bauliche Veränderungen. Hinzu kamen einige Neubauten der LPG, die das alte Ortsbild von Ebersbach umgestalteten. So wurden die modernen, langgestreckten Gebäude der LPG erbaut. 1971 entstand ein Stall für 80 Rinder und ein Melkhaus für 240 Tiere 1972 wurde in Eigenleistung ein Stall für 120 Rinder gebaut. Hinzu kam ein Zuchtsauenstall für 30 Tiere. Eine Feldscheune vervollständigte die gesamte Anlage.

1961 wurde die LPG "Grünes Tal" Typ I gegründet. 1972 schloß sie sich der Eichigter LPG "Glückauf" vom Typ III an. Die Gebäude der LPG-Anlage dienten nun anderen Industriezweigen. So hat zum Beispiel der Franzose Alian Bonnas einen Plaste verarbeitenden Betrieb in einem der Gebäude untergebracht. Außerdem betätigt er  sich als Karikaturist des frechen "Sperk" in der Zeitung "Freie Presse". Die Bau- und Transportfirma Knoll nutzt ebenfalls einige Hallen und das Sozialgebäude wird vom Marienstift Oelsnitz für seine Arbeiter eingesetzt. So sind inzwischen neue aber auch noch einige alte Unternehmen hier angesiedelt.

Viele Städter nutzen die ruhige und idyllische Lage von Ebersbach auch für den Bau eines neuen Zuhause oder die Ruhe zur Erholung und Entspannung.

Im Laufe der Jahrhunderte ereilten die Wirren der Kriege das Dorf wie viele andere auch. Durch Mißernten entstandene Nöte, aber auch Arbeitslosigkeit gab es früher schon.

Eine Gaststätte war fast die einzige Vergnügungsstätte auf dem Lande. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ebersbach die Gaststätte "Hendel", bis dahin wurde auch hier ausgeschenkt. Im Jahre 1894 erbaute Bernhard Gerbeth eine neues Gasthaus, das den Namen "Zum Grünen Tal" erhielt. Das Gasthaus war über Jahrzente Anlaufpunkt der Dorfbevölkerung. Es hatte im Laufe der Jahre verschiedene Besitzer. So bewirtschaftete ein Otto Penzel und Herrmann Geigenmüller kurze Zeit das Gasthaus bis es ein Albin Gerber 1902, ein Emil Gerber 1925, eine Helene Gerber 1969 und dann ein Lothar Gerber 1972 übernahmen. Letzter Inhaber der Gaststätte war und ist die Familie Tretwer. 1970 erklärte sich Walter Tretwer bereit, die Gaststätte als Konsumgaststätte weiter zu führen.

Am 19. April 1945 wurden durch Beschuß mehrere Gebäude in Brand gesetzt, so brannten bei Erwin Strobel Wohnhaus und Scheunen weg, auch bei Böhm und Ludwig brannte es. Auch der Saal der Gaststätte wurde 1945 durch Panzerbeschuß stark beschädigt. Es konnten lange Zeit keine Veranstaltungen durchgeführ werden. Im Jahr 1947 wurde dann seitens der Gemeinde ein Antrag zur Wiederherstellung des Saals und auch gleich mit zum Anbau einer Bühne gestellt.

Gewerbe

Außer Gutsbesitzern gab es noch andere dörfliche Gewerke, die aber schon lange nicht mehr existieren. Hier einige zur Erinnerung.

Zum Beispiel baute 1899 ein Albin Gerber einen Materialwarenladen. Zu dieser Zeit gab es auch einen Bäcker Namens Mierendorf und später die Bäcker Paul Wick und Müller, die Zimmermänner Gustav Thoß, Albin  Büttner, Robert Böhm, Georg  Baumgärtel, die Stellmacher Emil   Spitzbarth (Meister), Hans   Spitzbarth, die Schmiede Ernst  Wollner (Meister) und Kurt   Wollner, den Tischler Franz  Büttner (Meister), den Schuhmacher Gustav Wohlfahrth, die Schneider Gustav Strobel (Meister) und Paul   Strobel, die Maurer Otto Geigenmüller, Paul Pippig und Richard Simon.

Ebersbach hat(te) auch eine Mühle, deren früherer Besitzer hieß Krippner. Das Gebäude der Mühle war ein ehemaliges Gut. Wann dieses Gebäude gebaut wurde ist nicht genau bekannt. Ein Gutsbesitzer Johann Gottlieb Spranger, der 1778 geboren wurde und 1848 gestorben ist, wurde als erster Nachfolger in der Ahnentafel der Familie Krippner verzeichnet. Zur Mühle umgebaut wurde das Gut von einem Mann Namens Krippner, der in der Allraunmühle in Hundsgrün als Müller angestellt war und herüber nach Ebersbach kam. Er baute hier den Mühlentrakt ein und machte sich selbstständig. Zu DDR Zeiten wurde hier für die LPG geschrotet. Die ehemalige Mühle wird nun vom Enkelsohn nur noch als Wohnhaus genutzt, er hat aber den alten Mühlentrakt, wie ihn sein Großvater 1981 verlassen hat, erhalten. Also ist die Mühle in sechster Genneration in Familienbesitz.

Die jetzige Firma Knoll war früher eine Landwirtschaft mit dem Besitzer Lippert. Der Großvater Knoll kam von Triebel und heiratete in die Landwirtschaft ein, seitdem ist das Anwesen im Besitz der Familien Knoll.

Der Spediteur Eduard H. Härtel war hier 1901 ansässig, er kam von Oelsnitz und ist mit dem Klempner Härtel in Oelsnitz verwandt. Dieses Gebäude steht nicht mehr, es wurde wegen Baufälligkeit abgerissen.

1883 wurde das Anwesen von Robert Böhm gebaut, er ist als Gutsbesitzer eingetragen und ist der Großvater von Reinhard Böhm.

Die Volksschule Ebersbach, erbaut 1896, war fast ein Jahrhundert das geistige Zentrum bildete, Viele Kinder, auch aus Süßebach gingen in diese Schule.
Nach alten Aufzeichnungen gab es im Jahre 1904 anläßlich des Geburtstages Seiner Majestät, Kaiser Wilhelm II., ein großes Schulfest. Auch am 2. September 1911 wurde ein großes Schulfest gefeiert. Aus diesem Anlaß baute der Gasthofbesitzer Albin Gerber mit polizeilicher Genehmigung eine Holzveranda. Sie stand 5 Meter vom Gasthofsgebäude entfernt, bestand aus einem Stockwerk und hatte Pappenbedachung, die Seite zum Hofraum war offen.

Der Gutsbesitzer Reinhold Roßbach Nr. 16 erklärt durch Unterschrift, dasß er mit dem Bau der Veranda an seiner Grundstücksgrenze einverstanden ist, da es ihm keinen Schaden verursacht.

Als Lehrer waren nach alten Büchern in Ebersbach tätig: 1891/92 August Schlichting, 1904 Herr Köcher, 1907 Herr Wende, 1912/13 Friedrich Wilhelm Geißler, 1925 Hugo Tempel und 1933 Herr Bauer.

Die Schule wurde 1952 aufgelöst und nach Eichigt eingegliedert.

Poststelle

Vor dem zweiten Weltkrieg wurde Ebersbach durch die Poststelle Hundsgrün versorgt. Danach besorgte Emil Gerber für kurze Zeit die Post. Die Familie Spitzbarth war dann über viele Jahre bis zur Wende für die Poststelle zuständig. Nun wird die Post von der Poststelle Adorf ausgefahren.

Vereine in der Gemeinde Ebersbach

Drei Generationen lang gab es in Ebersbach die Kapelle Hendel. Bereits vor dem 1. Weltkrieg gab es auch einen Militärverein (Bild), außerdem einen Sparverein, einen Arbeiter- und Radfahrverein und einen Solidaritätsverein.

Die Feuerwehr von Ebersbach

Im Jahre 1927 wurde eine umfangreiche Feuerlöschordnung für die Gemeinde Ebersbach erarbeitet, denn die Gemeinde hatte zu dieser Zeit eine Pflichtfeuerwehr. Es bestanden 3 Abteilungen: 1. Löschmannschaft, 2. Rettungsmanschaft und 3. Wachmanschaft. Alle Ämter außer dem des Spritzenmeisters waren Ehrenämter. Alle mußten sich streng an die Anordnungen halten, denn in der Feuerlöschordnung stand: "Zuwiderhandlungen gegen die Ordnung werden vom Bürgermeister oder von der Amtshauptmanschaft nach § 368 unter 8 des Reichsstrafgesetzbuches mit einer Geldstrafe von 30 RM oder einer Haft von bis zu 14 Tagen bestraft".

Diese Feuerlöschordnung wurde vom Gemeinderat Gerber gezeichnet und trat am 1. Juli 1927 in Kraft. 1937 wurde dann noch die Feuerlöschpolizei und der Luftschutz gegründet.

Früher gab es noch keine motorisierten Fahrzeuge wie jetzt, so steht unter dem 19. Mai 1947 zu lesen "Meldung für Zugtiere für den Feuerschutz". Albert Müller aus Ebersbach stellt ein Pferd zur Verfügung.

1947 war für die Feuerwehren ein verwirrendes Jahr. Sie wird vom Minister für Inneres K. Fischer am 1. Januar 1947 herausgegeben. Danach muß das Land Sachsen sämtliche Polizeikosten und Kosten des Feuerlöschwesens tragen. Ausgenommen ist davon nur die Bahnpolizei. Weiterhin sind Grundstücke und Gebäude unentgeldlich zur Verfügung zu stellen. Alle Einnahmen fließen in die Kassen des Landes Sachsens. Gemäß einem Befehl vom 12. April 1947 scheiden alle Feuerwehren mit sofortiger Wirkung aus der Organisation der Polizei aus. Für die Durchführung der Feuerschutzaufgaben im Landkreis Oelsnitz ist der Kreisbrandschutzinspektor zuständig.

Entsprechend einer Anordnung von Reg.-Rat und Kreisrat vom 9. 7. 1947 übernehmen die Gemeinden im neuen Rechnungsjahr die Kosten der Freiwilligen Feuerwehr (FFw) und der Pflichtfeuerwehr. Alle beweglichen Sachen die bisher benutzt wurden, sind Eigentum der Gemeinde. Das gleiche trifft für Grundstücke und Gebäude zu, die mit sofortiger Wirkung in die Verwaltung der Gemeinden übergehen.

Wehrleiter waren: 1947 Paul Strobel, 1950 Alfred Krauß (FFw) und 1970 Rudi Hendel.

Der Gemeinderat sowie der Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach Alfred Krauß bestätigen dem Brandschutz Oelsnitz i./V. am 26. Februar 1950 den Empfang einer Tragkraftspritze TS 3, Fabrikat Fischer, Görlitz sowie einiger Handwerkssachen.

Im Jahr 1971 bildete sich aus 6 Jugendlichen eine FFw‑Jugendgruppe, die es aber schon lange nicht mehr gibt.

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Sie können sich über unseren Gemeinde weiter informieren, indem sie jetzt zur nächsten Station unserer Führung gehen. Wir erzählen Ihnen mehr über die Körnerlinde, Adolf Freiherr von Lützow, die Lützower Jäger, Theodor Körner, Friedrich Ludwig Jahn, die deutschen Farben schwarz-rot-gold und vieles mehr.


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