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Das Dorf Eichigt

Wie unserer gedruckten Ortschronik zu entnehmen ist, wird Eichigt, im Volksmund Machlich genannt, 1378 als Eychich - ein Ort im Eichenwald - erstmals urkundlich erwähnt. Es hat eine bewegte Geschichte. Der Ort liegt im Mittel 440m hoch, lang hingezogen im Tal des Locherbaches, einem linken Zufluß der Weißen Elster. Die Bevölkerung ist oberfränkischen Ursprungs, was in Mundart, Sitten und Gebräuchen zum Ausdruck kommt. Nicht nur politisch, sondern auch kirchlich liegt Eichigt - selbst zum Bistum Bamberg gehörig - an einer Dreiecksgrenze. Unweit der Lochmühle stoßen die Grenzen der Bistümer Bamberg (Oberfranken), Regensburg (Oberpfalz) und Naumburg (Thüringen) an einem Punkt zusammen (Locherbachbrücke). Der Volksmund spricht von drei Ortsteilen, dem Loch, dem Dorf und der Höhe. Das Dorf stellt den eigentlichen Ortskern dar. Es lag früher an der alten Handelsstraße von Roßbach (Hranice) nach Oelsnitz auf der im 30-jährigen Krieg "wildes Kriegsvolk nahte" und den Ort heimsuchte. So wurde zum Beispiel der damalige Pfarrer mit Schlägen traktiert, wiederholt beraubt und bis auf das Hemd ausgezogen. Hier, im Dorf, stehen Kirche, Schule und Gastwirtschaft (heute Bürgerhaus). Die Kirche wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts als katholische Kapelle errichtet. Sie ist eine der ältesten Kirchen des Vogtlandes. Seit 1996 erfolgen nun die Rekonstruktionsarbeiten, begonnen mit der Sanierung des Dachstuhls und der Neueindeckung des Kirchendaches. Dann wurde auch die Kirchenuhr erneuert und restauriert. Dabei wurde ein elektrischer Aufzugsmechanismus und eine neue elektrische Läuteanlage eingebaut. Vom August 2002 bis in den Dezember 2002 war die Kirche eingerüstet. Sie erhielt frischen Putz und wurde mit einem neuen Farbanstrich versehen. Durch ABM-Maßnahmen konnte in den Jahren 2000 - 2002 auch die Friedhofsmauer erneuert und originalgetreu wieder mit Holzschindeln eingedeckt werden.
Die Kirche St. Katharina zu Eichigt beherbergt einen barocken Säulenaltar. Das Altarbild mit der Kreuzigungsgruppe stammt von Martinus Hanna Mann, Pictor (Maler) Leidenbergensis Anno 1714 den 19. Januarij.

1971 übernahm Pfarrer Joachim Kaiser die Pfarrstelle zu Eichigt. Die Pfarrfrau versah in dieser Zeit, wie auch noch heute, neben ihrer beruflichen Tätigkeit als Krankenschwester bzw. Sprechstundenhilfe den Kantorendienst, leitete den neu gegründeten Posaunenchor, den (gemischten) Kirchenchor und wirkte besonders auch aktiv in der Frauenarbeit mit. 2002 wurde Pfr. Kaiser in den Ruhestand verabschiedet. Die Fam. Kaiser wohnt weiterhin in Eichigt. Für den neuen Pfarrer war eine Dienstwohnung in Bobenneukirchen vorgesehen. Seit dem Herbst 2002 ist nun Pfarrer Hendrik Pröhl für die "Schwestergemeinden Bobenneukirchen - Eichigt - Triebel/Posseck/Sachsgrün" zuständig. Als weiterer hauptamtlichen Mitarbeiter steht ihm Diakon Ludwig Müller, der in Triebel wohnt, zur Seite. Unterstützt werden die Beiden noch durch einen zweiten "Ruheständler", Pfarrer Nitzsche. Er wohnt in Heinergrün. Früher gehörte Eichigt zum Kirchenbezirk (Superintendentur) Oelsnitz. Diese wurde abgeschafft. Heute ist der Plauener Superintendent auch für den Oelsnitzer Kirchenbezirk mit zuständig.

In der Nähe von Kirche (und Jugendklub) befindet sich ein Naturdenkmal, das seinen Namen durch den Sachverhalt erhalten hat, daß am 8. und 9. Juni 1813 das Freikorps der "Lützower Schwarzen Jäger" neben der Linde biwakierte (lagerte). (Diese Linde soll übrigens der dickste Baum des Vogtlandes sein. Sie hatte, gemessen am 7. Juli 2003 - anläßlich der Eröffnung des Sportfests mit den "Lützower Jäger 1813" Leipzig - einen Umfang von 8,46 Meter.) Bisher (Mai 2003) wurde angenommen, daß dies unter Führung von Theodor Körner geschah und daß die restliche Reiterschaar unter Leitung des Rittmeisters von Lützow zur gleichen Zeit in Hof gewesen wäre. Inzwischen konnten wir aber in Erfahrung bringen, daß Adolf Freiherr von Lützow selbst in Eichigt war. Er hatte gastliche Aufnahme bei Pastor Wirth gefunden und von hier aus zwei Berichte an Blücher geschrieben (datiert Eichigt, am 8. Juli 1813).

Wenn Sie demnächst wieder hier herein schauen, sind wir sicherlich mit der Arbeit an der Chronik wieder ein Stück weiter. Sie erfahren dann auch einiges über die Vergangenheit der anderen Ortsteile.

Sie können sich über unseren Ort weiter informieren, indem sie jetzt zur nächsten Station unserer Führung gehen. Wir erzählen Ihnen mehr über die Körnerlinde, Adolf Freiherr von Lützow, die Lützower Jäger, Theodor Körner, Friedrich Ludwig Jahn, die deutschen Farben schwarz-rot-gold und vieles mehr.


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