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Das Dorf Eichigt

Eichigt hat eine bewegte Geschichte. Wie dem Heft „Die Parochie Eichigt“ der Reihe „Neue Sächsische Kirchengalerie“ zu entnehmen ist, erscheint Eichigt, im Volksmund Ma(i)chlich genannt, urkundlich zuerst 1328 als Eychech - ein Ort im Eichenwald. Der Name wechselte vielfach: 1378 -„Eychich ist den zcugehorunge zum Slos Voytesberg“ (Vogtsberg), in dessen Amt wie zum Landgericht Adorf es gehörte.“ Das Loch mit der Lochmühle (Lohmühle) ist als ältester Ortsteil Eichigts jedoch bereits seit 1304 urkundlich bekannt. Gegründet worden sei Eichigt »durch 12 Siedler unter Leitung eines vogtländischen Dienstmannes im Quellgebiet der „Milna“ (später Locherbach)«, als die Vögte von Weida Ende des 12. Jahrhunderts im mittleren Vogtland Bauern aus Ostfranken ansiedelten. Dem widerspricht jedoch, daß Eichigt bereits um 1240 zur selbständigen Pfarrei erhoben wurde, was sich allerdings nicht genau angeben lässt. Bis etwa 1340 scheint Untertriebel nach Eichigt eingepfarrt gewesen zu sein (Dr. Bonhoffs Bemerkungen im 20. Heft des Plauener Altertumsvereins, S. 73 und 74).

»Lehns- und Gerichtsherren waren außer dem Pfarrer über einzelne Güter in Eichigt, wie auch Untereichigt, Hundsgrün und Rebersreuth die adligen Herren auf Jugelsburg, Mühlhausen, Brambach und Magwitz, ebenso Planschwitz. Die Säcke auf Planschwitz, später auf Brambach, hatten schon vor 1381 Eichigt zum größten Teile im Besitz. Das Übrige erwarb von Hans Vasmann 1438 Ulrich Sack, der es 1443 ganz in seiner Hand vereinigte. 1410 hatte Conrad Ochse außer dem oberen Vorwerk zu Magwitz fünf teils wüste, teils besetzte Höfe zu Eichigt zu Lehen, später die v. Jeßnitz auf Jugelsburg, das diese 1483 erwarben. 1464 ging aber bereits ein Gütlein zu Eichigt, das 1638 durch Tausch an den Bürgermeister Tobias Eberlein in Adorf kam, bei Erenberg v. Jeßnitz zu Lehen. Die Gerichtsbarkeit wurde von bestellten Amtsrichtern im Orte, wie sie im hiesigen Kirchenbuche mit Hinzufügung der Namen der Ritterschaftlichen Herren öfters bezeichnet sind, ausgeführt. « ... »Nach dem Erbbuch von 1542, in welchem es heißt: „durch diczs dorff

»Ein Teil der Ortschaft heißt „Buttergrund“, ein anderer, auf der Höhe gelegener „der Tannenberg oder auch Galgen“. Der erste Anbau auf dem letzteren geschah im Jahre 1830, die beiden Häuser sind im Jahre 1897 abgebrannt.«

»Das Dorf, etwa 8,3 km südwestlich von Oelsnitz entfernt, in dessen Amtshauptmannschaft und Amtsgericht es (1910) gehört, erstreckt sich mit seinen Häusern« lang hingezogen im Tal des Loch(n)erbaches, einem linken Zufluß der Weißen Elster, der vor langer Zeit irgendwann früher den Namen „Milne“ trug, »von der Grenze Untereichigts an in einer Ausdehnung von reichlich einer Dreiviertelstunde aufwärtssteigend bis über die Landstraße von Oelsnitz nach Rossbach (Hranice) hinüber.«

Der Ort liegt im Mittel 440 Meter über NN hoch, Die Bevölkerung ist oberfränkischen Ursprungs, was auch in Mundart, Sitten und Gebräuchen zum Ausdruck kommt.

Der Ort liegt aus kirchlich-historischer Sicht - selbst zum Bistum Bamberg gehörig - an einer Dreiecksgrenze. Unweit der Lochmühle (Lohmühle) stoßen die Grenzen der Bistümer Bamberg (Oberfranken), Regensburg (Oberpfalz) und Naumburg (Thüringen) an einem Punkt in der Nähe der Loch(n)erbachbrücke zusammen.

Der Volksmund spricht von drei Ortsteilen, dem Loch, dem Dorf und der Höhe. Das Dorf stellt den eigentlichen Ortskern dar. Es lag früher an der alten Handelsstraße von Roßbach (Hranice) nach Oelsnitz auf der im 30-jährigen Krieg "wildes Kriegsvolk nahte" und den Ort heimsuchte. So wurde zum Beispiel der damalige Pfarrer mit Schlägen traktiert, wiederholt beraubt und bis auf das Hemd ausgezogen. Hier, im Dorf, stehen Kirche, Schule und Gastwirtschaft (heute Bürgerhaus). Die Kirche wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts als katholische Kapelle errichtet. Sie ist eine der ältesten Kirchen des Vogtlandes.

Immer wieder liest man, daß es sich um eine Wehrkirche handele oder daß die Kirche aus einer Wehrkirche hervorgegangen wäre. Das ist falsch. Die Parochie Eichigt ist eine der sogenannten Streitpfarren. Bei selbigen ging es um Kompetenz- und Finanzfragen, genannt Kollaturrecht, zwischen dem König von Sachsen und dem von Bayern. Die Verhandlungen über die Beseitigung der Probleme wurden im November 1844 durch beiderseitige Regierungsbevollmächtigte erfolgreich abgeschlossen und im darauffolgenden Jahr ratifiziert. Der erste sächsische Geistliche war Karl Schenkel (1845 - 1861) aus Oelsnitz.. Er wurde im Jahr 1845 durch das Königl. Sächs. Kultusministerium zum Pfarrer von Eichigt designiert. Die Verhandlungen führte im Auftrag des Königs von Sachsen der „Amtshauptmann Hans Guido Hugo von Schütz zu Plauen, von bayrischer Seite der Regierungsrat Franz Joseph Brand zu Bayreuth, welche nach gepflogenen Verhandlungen folgende Vereinbarung bis auf Allerhöchste Ratifikation abgeschlossen haben: Abtretung der sog. Streitpfarren im Königreich Sachsen an die Krone Sachsen u. s. w.“

In der Nähe von Kirche (und Jugendklub) befindet sich ein Naturdenkmal, das seinen Namen durch den Sachverhalt erhalten hat, daß am 8. und 9. Juni 1813 das Freikorps der "Lützower Schwarzen Jäger" auf der Husarenwiese neben der inzwischen 400 Jahre alten Linde biwakierte (lagerte). Diese Linde soll der dickste Baum des Vogtlandes sein. Sie hatte, gemessen am 7. Juli 2003 anläßlich der Eröffnung des Sportfests durch Böllerschüsse der Interessengemeinschaft "Lützower Jäger 1813" Leipzig einen Umfang von 8,46 Meter. Ursprünglich wurde angenommen, daß dies unter Führung von Theodor Körner geschah und daß die restliche Reiterschar unter Leitung des Rittmeisters von Lützow zur gleichen Zeit in Hof gewesen wäre. Inzwischen konnten wir jedoch in Erfahrung bringen, daß Adolf Freiherr von Lützow persönlich in Eichigt war (siehe „Lützow vor Hof“). Er hatte gastliche Aufnahme im Pfarrhaus bei Pastor Wirth gefunden und von hier aus zwei Berichte an seinen Feldherrn Blücher in Berlin geschrieben (datiert Eichigt, am 8. Juli 1813).

Wenn Sie demnächst wieder hier herein schauen, sind wir sicherlich mit der Arbeit an der Chronik wieder ein Stück weiter. Sie erfahren dann auch weiteres über die Vergangenheit der anderen Ortsteile.

Sie können sich über unseren Ort weiter informieren, indem sie jetzt zur nächsten Station unserer Führung gehen. Wir berichten Ihnen mehr über die Körnerlinde, Adolf Freiherr von Lützow, die Lützower Jäger, Theodor Körner, Friedrich Ludwig Jahn, die deutschen Farben schwarz-rot-gold und vieles mehr.


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