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Das Dorf Hundsgrün

Dies ist ein Konzept. Die Seite ist in Bearbeitung.

Der Ort wird 1414 als Hundsgrün (Rodung eines Hunold) erstmals erwähnt. Das Waldhufendorf erstreckt sich vom Nordhang des 537m hohen Hundshübel in nördlicher Richtung bis zum Tal der weißen Elster. Etwa 100m beträgt der relative Höhenunterschied innerhalb der nur knapp 1km ausgedehnten Ortslage. Die ehemals fächerförmig ausgebildete Feldflur von 464 ha reicht bis an die Hangwälder in den Tälern von Lochers‑ und Ebersbach und wird nach Südwesten von Wald begrenzt.

1445 unterstand Hundsgrün dem Verwaltungsbezirk Oelsnitz. 1542 dem Amt Voigtsberg.  Außerdem hatten neben dem Rittergut Syrau, die Pfarren Eichigt und Oelsnitz - wohin die Gemeinde kirchlich heute noch gehört - grundherrliche Rechte.

1764 besaß das Amt Plauen einen Anteil, Hundsgrün zählte zu den Amtsdörfern,       wobei das Rittergut Kauschwitz über einen Anteil verfügte

1856 kam der Ort zum Gerichtsamt Oelsnitz

Die Gehöfte des Ortes gruppierten sich in gedrängter Form auf dem westlichen Elsterhang. Wie in den meisten Nachbardörfern wurden sie in den vergangenen Jahren modernisiert.

Hundsgrün entwickelte sich immer mehr zu einer Arbeiterwohngemeinde.

1972 wurde der Ort nach Eichigt eingemeindet.

Der größte Teil der Bewohner ging zu DDR-Zeiten einer Beschäftigung in Oelsnitz, Plauen oder Adorf nach. Nicht nur Busverbindungen, sondern auch der Eisenbahnanschluß ermöglichten die täglichen Pendelfahrten. Die Bahnstation wurde gleich nach dem Bau der Gleise hier in Hundsgrün eingerichtet. Als nterstellmöglichkeit für die Fahrgäste wurde ein kleines Holzhaus gebaut. Ein richtig massives Bahnhofsgebäude gibt es seit etwa 1934. Die kleine Brücke die über die Straße zur B 92 führt wurde im Jahr 1917 gebaut. Der Bahndamm ist ein künstlicher Damm, der früher nicht vorhanden war und erst aufgeschüttet wurde. Das Bahnhofsgebäude wurde nun 1998 wieder abgerissen und nun stehen dafür ein Glaskasten dort. Nach der Wende haben sich die Gewohnheiten der Bevölkerung wesentlich geändert. Viele fahren jetzt mit dem eigenen PKW, was oft auch an den neuen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt liegt. Trotz allem bleibt der Bahnanschluß in Hundsgrün erhalten, ebenfalls die Busverbindungen.

Das Gebäude der ehemaligen Schule von Hundsgrün erlebte im Laufe der Jahre viele verschiedene Einrichtungen. Hier war die Gemeinde eingerichtet, zwei Räume gehören auch noch der Gemeinde wo bis 1991 eine Gemeindeangestelte arbeitete, danach ging sie in die Eichigter Gemeinde. Auch der Konsum war hier eingerichtet, nach der Wende wurde es eine private Verkaufsstelle, die dann 1991 geschlossen wurde. Nun richtete man eine Gaststätte für die Jugend hier ein, die aber von der Hofer Besitzerin als ein "Saustall" verlassen wurde. Nun gehört das Gebäude der Gemeinde Eichigt wieder. Es wurde renoviert und 1997 wurde nun die Gaststätte mit dem Namen der "Blechnapf"  von dem Oelsnitzer Denni Ittner wiedereröffnet. Seitdem ist das Lokal wieder eine gute Adresse für junge Leute.

Einige Einrichtungen, Industriezweige sowie die zwei Mühlen haben wir im nächsten Artikel etwas ausführlicher beleuchtet.

Die Windischmühle

Der Lengefelder Alfred Windisch kaufte etwa 1920 die Mühle in Hundsgrün, daher der Name "Windischmühle". Der fleißige Geschäftsmann überstand nur knapp das Ende des Dritten Reiches. In den 60-iger Jahren wurde das zu mahlende Getreide so drastisch gestrichen, das sich der Betrieb der Mühle nicht mehr rentierte. Herr Windisch mußte das Anwesen verkaufen. Der Besitz ging an die neuen Eigentümer, den VEB "BARKAS " Werke in Karl‑Marx‑Stadt, der bis 1990 dort ein Kinderferienlager betrieb. Ein abruptes Ende nahm das DDR-Kinderferienparadies nach der Wende. Das Anwesen dämmerte einer ungewissen  Zukunft entgegen. Mehrere Ausschreibungen der Treuhand brachten keinen Erfolg. Die Sprecherin der Treuhandliegenschaftsgeselschaft  (TLG) Sabine Pentrup aus Berlin, teilte am 5.3.1996 mit, daß es gelungen sei die Immobilie "sinnvoll" zu vermarkten. Die Würfel waren gefallen. Seit Mitte 1996 befindet sich nun der  Sitz der Firma "Grünes Bande Europa e. V.“ in der ehemaligen "Windischmühle".

Die Alraunmühle

Diese Mühle war schon im 16. Jahrhundert eine sagenumwobene Mühle, die an der  Würschnitzmündung liegt. Man glaubte, der Name Alraunmühle komme von dem Fisch Aal, der in der Elster gefischt wurde. Doch nach zwei Sagen  soll der Name von der Wurzel Alraune oder von der Nixe Alraune herstammen. Die Getreidemühle behielt in all den Jahren ihre Funktion. Die Alraunmühle war eine Lehnsmühle des Rittergutes Marieney. Die Lage - soweit weg vom Rittergut - war ungewöhnlich. Doch scheint für ihren Bau die größere Wasserkraft der Elster ausschlaggebend gewesen zu sein.

Nach dem Tod des letzten Müllers Johann Christoph  Geigenmüller  wurde die Mühle verkauft. Nach dreimaliger Ausschreibung im  "Vogtländischen Anzeiger" 1823 kaufte der Hundsgrüner Johann Georg   Dölling für 4325 Taler die Mühle. Von 1827 bis 1858 übernahm der Sohn Gottfried   Dölling  die Mühle. Ihm folgte wieder sein Sohn Friedrich Dölling  (1858 bis 1895). Danach übernahm Friedrich Max Dölling die Mühle. Ihm stand sein Sohn Kurt Dölling tatkräftig zur Seite.

1944 übernahm er die Mühle seines Vaters, und war dann drei Jahre inhaftiert. Seine Frau führte in dieser Zeit den Mühlenbetrieb weiter. Als Kurt Dölling seine bürgerlichen Rechte wieder bekam, ging es auch mit der Mühle wieder aufwärts. Der mittlere Mühlentrakt wurde 1951 gebaut, die anderen Gebäude wurden 1962/63 gebaut.

1960 wurde die Mühle halbstaatlich.

Am 17. April 1972 erfolgte die Enteignung, die Mühle wurde volkseigen. Zu DDR‑Zeiten war die Alraunmühle führend in der Materialausbeute und errang mehrmals im Wettbewerb erste Plätze. Damals arbeiteten bis zu 18 Leute in drei Schichten. In 24 Stunden wurden 33 Tonnen Getreide zu Mehl verarbeitet. 1990 ging die Mühle wieder in den Privatbesitz von  Kurt Dölling über. Am 31. März 1990 meldete der letzte Besitzer die Liquidierung der Mühle an. Am 19. Dezember 1990 wurde die Produktion vollständig eingestellt und mit der Demontage der Maschinen begonnen. Sie wurden als Schrott und Müll an die Firma Knoll verkauft. Der Mühlentrakt wurde  an vier junge Leute aus Mehlteuer verkauft. Seitdem dämmert das Gebäude einer ungewissen Zukunft entgegen.

 Die Verkaufsstelle Hundsgrün

Früher war in dem Gebäude das Gemeindeamt untergebracht und ein Kulturraum. Danach wurde eine Konsum-Verkaufsstelle eingerichtet, die bis zur Wende die Einwohner mit Waren des täglichen Bedarfs versorgte. Zum 31.12.1990 wurde der letzten Verkäuferin Gudrun Kiel gekündigt. Günter Wunderlich führte das Geschäft noch ein Jahr privat weiter. Danach wurde die Verkaufsstelle geschlossen.

Am 23.10.1992 pachtete eine Hoferin, Sabine Haufe, das Gebäude und eröffnete darin eine Gaststätte mit dem Namen "Blechnapf". Nachdem die Pächterin alles stehen und liegen ließ, kämpfte der Gemeinderat Eichigt vergebens um eine ordnungsgemäße Räumung der genutzten Räume (und die Begleichung ihrer Mietschulden), um das Gebäude neu vermieten zu können.

Im Juni 1997 wurde der "Blechnapf" dann von dem Oelsnitzer Dennie Ittner wieder eröffnet. Seitdem ist die Gaststätte wieder eine gute Adresse für junge Leute.

Der Gasthof Wendler

besteht seit

Zu DDR Zeiten vermietete der Inhaber Zimmer an Feriengäste. Auch ein großer Bungalow konnte gemietet werden. Die Gaststätte hat nie ihre Funktion verloren. Der Sohn Konrad Wendler betreibt die Gaststätte noch immer mit Bierausschank.

                 Ein Zweigbetrieb in Hundsgrün

Das Grundstück wurde in den 20 Jahren von Herrn Kilian von dem Besitzer der Alraunmühle abgekauft. Kilian baute dort einen Stickereibetrieb. Die Maschinen stammen aus dem Jahre 1910. Der Betrieb wurde in den 60iger Jahren nicht  enteignet, sondern Kilian verpachtete den Betrieb an die Stickerei in Lauterbach.

Nach der Wende hatte eine Firma "Bucka" aus Ellefeld oder Auerbach die Stickerei gepachtet.

Die Enkeltochter - Kilians Frau Dressel - renovierte das Wohnhaus nach der Wende. Nun hält der Betrieb Dornröschenschlaf.

Die LPG Typ I in Hundsgrün

Die LPG "Florian Geyer" wurde 1961 gegründet. Sie besitzt in Hundsgrün eine Traktorenstelle und eine Feldscheune.

Mit Beginn des Jahres 1963 vereinigten sich die LPG "Elsterperle" und "Friedenstaube" zur LPG "Florian Geyer" unter dem Vorsitzenden, Genossen Eisel.

Am 27.4.1972 vereinigten sich 5 LPG's - unter anderem die LPG "Florian Geyer"Hundsgrün mit 264 ha NF - zur LPG "Fortschritt" Eichigt Typ III.

Gärtnerei Hundsgrün

1920 kaufte Leopold Viol aus Adorf ein Grundstück mit einer Gesamtfläche von 10 Hektar und zog mit seiner Familie nach Hundsgrün. Nachdem das Land urbar gemacht war, pflanzte man auf einer Fläche von 1,5 ha Obstbäume an.

1925 wurde mit einer Freilandgärtnerei begonnen. Das Obst und Gemüse verkaufte man zum größten Teil auf Wochenmärkten. 1930 legte die Gärtnerei die ersten Frühbeete und ein kleines Gewächshaus an. Anfang der 40iger Jahre übernahm dann die Tochter Christine Viol verh. Hippe das Anwesen, so wurde 1944 das erste große Glasgewächshaus gebaut und zwei Jahre später wurde ein zweites Wohnhaus errichtet. Die Produkte der Gärtnerei wie Obst und Gemüse gingen zum größten Teil an das Staatsbad Bad Elster, denn frische Ware war Mangelware. Zu dieser Zeit bestand auch ein Straßenverkauf von Getränken und Lebensmitteln, aber kein direkter Laden.

1951 machte sich eine Erweiterung der Gärtnerei notwendig. Nun wurden auch Jungpflanzen für genossenschaftliche Betriebe herangezogen.

1980 übergaben dann die Hippes die Gärtnerei ihrer Tochter Brigitte Fuchs.      Am Anfang der Übernahme war es leichter. Im Arbeiter und Bauernstaat waren die Tische nicht so reich mit frischem Obst und Gemüse gedeckt. Die Hauptsache war das man überhaupt etwas bekam, und staatlich geregelte Abnahmegarantien sorgten dafür, daß alles Verwertbare seinen Abnehmer fand.

Seit Bestehen des Gartenbaubetriebes wurde die Schädlingsbekämpfung mit Spritzmitteln nur in geringem Maße angewandt. Jetzt nach der Wende ist man

noch mehr auf einen ökologischen Anbau bedacht. Tochter Gabriele führte in Adorf einen Laden mit Blumen und Öko‑Gemüse, aber das Interesse der Bevölkerung liegt wo anders. Der Laden wurde wieder geschlossen.

Zu sagen wäre noch, daß die Gärtnerei stets ein Familienbetrieb war und ist.

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Sie können sich über unseren Ort weiter informieren, indem sie jetzt zur nächsten Station unserer Führung gehen. Wir erzählen Ihnen mehr über die Körnerlinde, Adolf Freiherr von Lützow, die Lützower Jäger, Theodor Körner, Friedrich Ludwig Jahn, die deutschen Farben schwarz-rot-gold und vieles mehr.


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